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Von der Bestandsaufnahme zur AI-Vision

Das Readiness-Assessment zeigt, wo Sie stehen. Jetzt brauchen Sie eine klare Vision: Wo wollen Sie in 2–3 Jahren mit AI sein? Und wie kommen Sie dorthin?

Der Ist→Soll-Prozess

Phase 1: Ist-Aufnahme (2 Wochen)

Prozess-Mapping:

  1. Alle Kernprozesse identifizieren und dokumentieren
  2. Für jeden Prozess bewerten: Zeitaufwand, Fehlerquote, Kosten, Frustrationsgrad
  3. „Pain Points" priorisieren: Wo verlieren Sie am meisten Geld/Zeit?

Technologie-Inventory:

  • Welche Systeme sind im Einsatz? (ERP, CRM, DMS, BI-Tools)
  • Wo gibt es Medienbrüche? (Manuelle Dateneingabe zwischen Systemen)
  • Welche Daten werden bereits gesammelt, aber nicht genutzt?

Phase 2: Soll-Definition (1 Woche)

Formulieren Sie eine AI-Vision in einem Satz:

„In 2 Jahren nutzen wir AI, um [konkretes Ergebnis] in [Bereich] zu erreichen, was uns [messbaren Wert] bringt."

Beispiele:

  • „In 2 Jahren bearbeiten wir 80 % der Kundenanfragen automatisch, was die Servicekosten um 40 % senkt."
  • „In 18 Monaten prognostizieren wir Maschinenausfälle 7 Tage im Voraus, was ungeplante Stillstände um 50 % reduziert."

Phase 3: Gap-Analyse (1 Woche)

DimensionIst (Score)Soll (Score)GapPriorität
Daten374🔴 Hoch
Technologie572🟡 Mittel
People264🔴 Hoch
Prozesse462🟡 Mittel
Kultur352🟡 Mittel

Phase 4: Priorisierung (1 Woche)

Nutzen Sie die Impact-Effort-Matrix:

Geringer AufwandHoher Aufwand
Hoher Impact🏆 Quick Wins — sofort starten💎 Strategische Projekte — planen
Geringer Impact✅ Fill-ins — wenn Kapazität da❌ Vermeiden — Ressourcenverschwendung

Von der Vision zur Maßnahmenliste

  1. Quick Wins identifizieren — was bringt in 1–3 Monaten sichtbare Ergebnisse?
  2. Enabler priorisieren — welche Grundlagen müssen erst geschaffen werden?
  3. Abhängigkeiten klären — was blockiert was?
  4. Budget zuweisen — realistisch, mit Puffer für Iteration

Praxis-Tipp: Starten Sie mit maximal 3 Initiativen. Wer 10 Dinge gleichzeitig startet, vollendet keine einzige.